s Bausparkasse
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FAQs zur Wohnbauanleihe:

Was ist eine Wohnbauanleihe?
Wann soll ich eine Wohnbauanleihe kaufen?
Wie kann ich Anleihen zeichnen?
Kann ich in einem Center der s Bausparkasse, im Callcenter oder im Internet Anleihen zeichnen?
Was ist ein Wertpapierdepot?
Können Sie mir meinen Ertrag ausrechnen?
Wie hoch ist der Zinssatz?
Warum muss ich beim Ersterwerb Stückezinsen zahlen?
Was sind Stückezinsen?
Was ist der Emmissionspreis?
Mit welchen Produkten kann ich die Wohnbauanleihe vergleichen?
Kann ich den Ertrag der Wohnbauanleihe mit dem Ertrag eines Bausparvertrages vergleichen?
Wie rechnet sich der Steuervorteil?
Wie ist die Anleihe besteuert?
Was ist der Sonderausgaben-Freibetrag?
Wer emittiert die Wohnbauanleihe der s Bausparkasse?
Welche Kosten entstehen beim Kauf der Anleihe?
Kann ich die Wohnbauanleihen wieder verkaufen?
Was ist das Wandlungsrecht in Partizipationsscheine?
Was sind Partizipationsscheine?
Ich habe bereits einen Bausparvertrag, kann ich zusätzlich eine Anleihe zeichnen?

Ab welchem Volumen ist der Kauf einer Wohnbauanleihe zu empfehlen?





Was ist eine Wohnbauanleihe?

Die Wohnbauanleihe ist eine besondere Form der Anleihe (Wandelschuldverschreibung) und hat zum Ziel, für den Wohnbau in Österreich günstige Finanzierungsmittel aufzubringen. Im Vordergrund steht dabei die Finanzierung von neuen Wohnungen, Eigenheimen und gemeinnützigen Wohnbauten. Grundsätzlich besteht die Wohnbauanleihe aus zwei Steuervorteilen:

- 4 % KESt-Freiheit
Zinsen in der Höhe von 4 % sind bei der Wohnbau-Anleihe für Privatanleger -unabhängig von Ersterwerb und Behaltefrist - von der KESt befreit. Trotzdem ist die Wohnbau- Anleihe endbesteuert, es fallen weder Erbschafts- noch Einkommenssteuer an. Als Finalsteuer ist die Schenkungssteuer jedoch nicht abgegolten.
- Absetzung als Sonderausgabe
Die Anschaffung der Wohnbau-Anleihe kann unter bestimmten Voraussetzungen im Rahmen der bestehenden Höchstgrenzen als Sonderausgabe abgesetzt werden. Die Mindestbehaltedauer dafür beträgt 10 Jahre.



Wann soll ich eine Wohnbauanleihe kaufen?

Wenn Sie:
- sich steuerfreie Zinserträge bis 4 % erwarten.
- sich 10 % Zinsenbonus im ersten Jahr erwarten.
- eine endbesteuerte Anlageform suchen.
für Ihre Kinder (Ausbildung, Hochzeit etc.) Kapital auf die Seite legen wollen.
- höchstmögliche Sicherheit für Ihr Kapital erwarten
- Ihr Geld langfristig binden möchten.
- ein Investment suchen, das die österreichische Wirtschaft bei der Schaffung von „erschwinglichem“ –Wohnraum, beispielsweise für junge Familien, unterstützt.
- sich die Sicherheit fixer Zinserträge über die gesamte Laufzeit erwarten (nur mit der fix verzinsten Wohnbauanleihe)
- sich dynamische Zinserträge über die gesamte Laufzeit erwarten (mit der variabel verzinsten Wohnbauanleihe)



Wie kann ich Anleihen zeichnen?

- Kunden der Erste Bank und Sparkassen
Als Kunde der Erste Bank oder Sparkasse können Sie direkt in der Filiale Wohnbauanleihen zeichnen. Vorraussetzung dafür ist ein Wertpapierdepot.
- Kunden bei Fremdbank
Grundsätzlich können Sie auch bei einer Fremdbank Wohnbauanleihe ordern. Nachteilig ist jedoch, dass der Kaufkurs bei einer Fremdbank in der Regel höher ist. Ein Wertpapierdepot ist auch hier Vorraussetzung. Selbstverständlich können Sie bei jeder Erste Bank und Sparkasse ein eigenes Wertpapierdepot eröffnen.



Kann ich in einem Center der s Bausparkasse, im Callcenter oder im Internet Anleihen zeichnen?

Nein! Eine Zeichnung ist ausschließlich in einem Kreditinstitut möglich.



Was ist ein Wertpapierdepot?

Das Wertpapier wird nicht physisch ausgehändigt. Sie erhalten keine Urkunde. Die Wertpapiere werden auf das Depot gebucht. Der Depotauszug zeigt eine Übersicht über die einzelnen Wertpapiere. Zu einem Wertpapierdepot gibt es immer ein Verrechnungskonto (meist Girokonto), auf das die Zinsen ausgezahlt werden, von dem aus die Anleihe bezahlt wird und auf das der Tilgungs- bzw. Verkaufserlös ausgezahlt wird.



Können Sie mir meinen Ertrag ausrechnen?*

Beispiel mit 41% Grenzsteuersatz:
Berechnet auf Basis beider Steuervorteile (Kestbefreiung und Absetzung als Sonderausgabe)

Veranlagte Summe 1.000
Kupon/Zinssatz 3,8%
Laufzeit in Jahren 13
Ihre Rendite bei 41% Grenzsteuersatz
Effektivverzinsung nach Kest 4,81%
Das müsste eine vergleichbare Anleihe Brutto zahlen 6,42%
Ihr jährlicher Ertrag
Kuponzahlung 38
Ihr Gewinn bei 41% Grenzsteuersatz
Auszahlung nach 13 Jahren 1.000
Rückvergütung Finanzamt (Arbeitnehmerveranlagung) 102,5
Zinsen nach Kest gesamt für 13 Jahre 3700
Ihr Vermögen nach 13 Jahren 1.472,5
Ihr Gewinn 472,5
* Annahme Emissionskurs = 100 %, ohne Jubiläumsbonus bzw. ohne Berücksichtigung der Sonderausgabenpauschale



Wie hoch ist der Zinssatz?

Bei der momentan laufenden Emission beträgt der Zinssatz 3,8 % fix (4,18 % erstes Jahr) oder variabel mit Jubiläumsbonus 3,3 % bis 28. Oktober 2005, in Abhängigkeit von der Entwicklung der Zinsen am Kapitalmarkt. Der Zinssatz ist immer im aktuellen Folder angegeben oder im Internet ersichtlich.


Warum muss ich beim Ersterwerb Stückezinsen zahlen?

Beim Ersterwerb der Emission sind Stückzinsen zu bezahlen. Dies resultiert daraus, dass die erste Kuponzahlung (als Überkupon bezeichnet) unabhängig vom Kaufdatum fixiert ist. Der „Überkupon“ wird vom ersten Valutatag bis zur ersten Kuponfälligkeit gerechnet. In der Folge bekommt ein Käufer im Jänner gleich viel Zinsen wie ein Käufer im Dezember. Der Dezemberkäufer erhält demnach zu viel Zinsen. Er muss daher beim Ersterwerb der Anleihe die Differenz von Jänner bis Dezember "mitkaufen".



Was sind Stückezinsen?

Es handelt sich um den rechnerischen Zinsanteil von festverzinslichen Wertpapieren, der zeitanteilig auf den Zeitraum zwischen zwei Zinsterminen anfällt. Sie fallen bei Verkauf der Anleihe vor der Kuponfälligkeit an und werden dem Verkäufer bis einen Tag vor dem Verkaufstag zugerechnet und stehen dem Käufer erst ab dem Kauftag zu. Für die Anleihe wird beispielhaft* auf Basis von 360 Zinstagen gerechnet (30/360).

Fiktives Beispiel Anleihe:
Nominale EUR 10
Kupon 4,5% jährlich
Zinstermin 1.Juli 2004

Ein Anleger verkauft am 1. Juni 2004 10 Stück Anleihen.
Der Kurs beträgt EUR 9,8.

Der Verkäufer erhält EUR 980 zuzüglich Stückzinsen i.H.v.
(Kupon 4,5 * 330 Tage Zinslaufzeit** / 360 Jahrestage) EUR 4,125.

* die Wandelschuldverschreibung der s Wohnbaubank wird auf Basis echter Zinstage (act./act.) gerechnet



Was ist der Emissionspreis?

Der Emissionskurs muss, da der Kupon fix (oder teilweise fix bei der variablen Tranche) vorgegeben ist, bei Zinsänderungen angepasst werden. Fallen die Zinsen am Markt wird der Kupon aus der Sicht des Kunden wertvoller. In der Folge muss der Kaufpreis (Emissionskurs) der Anleihe angepasst werden.



Mit welchen Produkten kann ich die Wohnbauanleihen vergleichen?

Bevor Sie einen konkreten Vergleich anstellen, ist es wichtig, dass Sie feststellen ob es sich um eine Rendite nach Kest oder einen Zinssatz vor Kest handelt. Darüber hinaus gibt es Unterschiede hinsichtlich Zinsbindungsdauer, Bonität, Indikator, Kündigungsrechte und Sonderregelungen wie Nachrangigkeit etc.

Sollte es keine w.o. aufgezählte Unterschiede geben und es liegt eine Bruttorendite (vor Kest Abzug) zum Vergleich vor, müssen Sie die Steuervorteile der WBB in eine Vergleichsrendite vor Kest wie folgt umrechnen: Rendite nach Abzug der Kest beispielsweise 3% dividiert durch 75% = 4%.



Kann ich den Ertrag der Wohnbauanleihe mit dem Ertrag eines Bausparvertrages vergleichen?

Nein, die Wohnbauanleihe und der Bausparvertrag sind nicht miteinander vergleichbar. Der Bausparvertrag hat eine Laufzeit von 6 Jahren und die Wohnbauanleihe ist auf mindestens 10 Jahre ausgelegt.



Wie rechnet sich der Steuervorteil?

Die Wohnbaubankanleihe ist zweifach steuerbegünstigt. Einerseits sind die Zinsen bis zu 4% von der Kapitalertragssteuer befreit und andererseits besteht die Möglichkeit die Erstanschaffung innerhalb der Sonderausgaben geltend zu machen.
Der Steuervorteil aus der Kapitalertragssteuerbefreiung hat einen Bruttowert von bis zu 1,33% (4% / (1-25%)-4%). Das heisst, dass eine alternative Veranlagungsform brutto mindestens 5,33% zahlen muss.

Beispiel WBB Alternative Veranlagungsform
Brutto (vor Kest) 4% 5,33%
Netto (nach Kest) 4% 4% ((5,33% * (1-25%))

Der Steuervorteil aus der Arbeitnehmerveranlagung richtet sich nach der Einkommenssituation und der ausnutzbaren Sonderausgaben. Bei einem Grenzsteuersatz von 41% beträgt der Bruttowert (Kuponäquivalent/Rendite) nochmals bis zu 1,8%. Anders gesagt, wenn Sie die Anleihe zu 100 kaufen, bekommen Sie 10,25 vom Finanzamt retour. Sie zahlen daher -je nach Einkommenssituation- nur 89,75.



Wie ist die Anleihe besteuert?

Die Wohnbau-Anleihe ist endbesteuert, es fallen weder Erbschafts- noch Einkommenssteuer an. Als Finalsteuer ist die Schenkungssteuer jedoch nicht abgegolten.



Was ist der Sonderausgaben-Freibetrag?

Zur Ermittlung des effektiven Zinssatzes nach dem 2.Steuervorteil müsste theoretisch auch der Sonderausgaben-Freibetrag berücksichtigt werden. Aus Vereinfachungsgründen wird in den Berechnungen darauf verzichtet.
Im § 18 EStG heißt es konkret:
(2) Für Sonderausgaben im Sinne des Abs. 1 Z 2 bis 4 mit Ausnahme der Beiträge für eine freiwillige Weiterversicherung einschließlich des Nachkaufs von Versicherungszeiten in der gesetzlichen Pensionsversicherung und vergleichbarer Beiträge an Versorgungs- und Unterstützungseinrichtungen der Kammern der selbständig Erwerbstätigen ist ohne besonderen Nachweis ein Pauschbetrag von 60 Euro jährlich abzusetzen.



Wer emittiert die Wohnbauanleihe
der s Bausparkasse?

Die Emission erfolgt durch die s Wohnbaubank.



Welche Kosten entstehen beim Kauf der Anleihe?

Beim Kauf der Anleihe entstehen für Sie in der Regel keine Kosten.
Die Anleihen werden allerdings auf ein Wertpapierdepot gebucht, für das Spesen anfallen. Die Gebühren sind in den einzelnen Instituten sehr unterschiedlich geregelt und werden vom jeweiligen depotführenden Institut beauskunftet.



Kann ich die Wohnbauanleihen wieder verkaufen?

Die Wohnbauanleihen der s Bausparkasse sind für eine langfristige Veranlagung vorgesehen. Am besten ist, wenn Sie die Wohnbauanleihen bis zur Tilgung halten. Für kurzfristiges Kaufen und Verkaufen sind Wohnbauanleihen nicht konzipiert und ist auch nicht empfehlenswert.
Trotzdem besteht für Sie jederzeit die Möglichkeit, Wohnbauanleihen über die Erste Bank bzw. über die Sparkassen zu verkaufen.



Was ist das Wandlungsrecht in Partizipationscheine?

Je eine Wandelschuldverschreibung im Nennbetrag von EUR 100,- berechtigt zur Wandlung in zehn auf Inhaber lautende Partizipationsscheine im Nennbetrag von je EUR 1,- der Emittentin. Dies entspricht einem nominellen Wandlungspreis von EUR 10,- pro Partizipationsschein.



Was sind Partizipationsscheine?

Partizipationsscheine sind stimmrechtslose Aktien. Im Vergleich zu anderen Kapitalanlagen ist bei ihnen das Risiko von Verlusten – im Extremfall bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals - hoch. Partizipationsscheine sollten daher nur von Anlegern erworben werden, die in der Lage sind, die mit den Partizipationsscheinen verbundenen Risiken abzuschätzen.
Die Partizipationsscheine gewähren den Anspruch auf einen Gewinnanteil in prozentmäßig gleicher Höhe wie die auf die Vorzugsaktien der s Wohnbaubank ausgeschüttete Dividende, mindestens jedoch 4 % p.a. vom Nennwert. Die Gewinnanteile der Partizipationsscheininhaber sind gleichzeitig mit der Dividende fällig.
Das Partizipationskapital ist mit dem Recht auf Beteiligung am Liquidationserlös bis maximal zur Hälfte des Nominales des ausgegebenen Partizipationskapitales verbunden und kommt erst nach Befriedigung oder Sicherstellung aller anderen Gläubiger zum Zug.
Die Partizipationsscheininhaber haben das Recht, an den Hauptversammlungen der Emittentin teilzunehmen und Auskünfte im Sinne des § 112 AktG zu erhalten.




Ich habe bereits einen Bausparvertrag, kann ich zusätzlich eine Anleihe zeichnen?
Ja.



Ab welchem Volumen ist der Kauf einer Wohnbauanleihe zu empfehlen?

Dies ist abhängig vom bereits ausgenutzten Depotvolumen (wegen anfallender Mindestprovisionen), von ausnutzbaren Sonderausgaben, ausgehandelter Gebühren etc.
Ist eigens ein Depot und ein Verrechnungskonto für die Anleihe zu eröffnen ist bei niedrigen Volumina ohne Sonderausgabennutzung bis ca. 8.000 EUR eher ein Bonusbausparvertrag mit Einmalerlag zu empfehlen. Sollten Sie jedoch Sonderausgaben geltend machen können, sind auch kleinere Beträge ab ca. 2.500 EUR empfehlbar.
Bei einem bestehenden Depot (ab Depotvolumen von ca. 8.000 EUR) fallen die Mindestspesen der Bank (Auskunft erteilt die betreuende Bank) kaum mehr ins Gewicht. Im Detail informiert Sie gerne Ihr Berater.


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